Buddha
ein ofenrohr ist dazu da, dem ofen den nötigen abzug zu verleihen und zu verhindern, dass rauch die sicht beeinträchtigt. ofenrohr ist (in unserem verständnis) mit «du heiliges kanonenrohr!» eng verwandt. wohnen in einem mietshaus wie dem unseren hat viel mit hauswart(in), nachbarn, ausländern, kochdünsten, abfall auf balkonen, ausgehgewohnheiten, mitternachts nach brasilien telefonieren (ist ja so weit weg, da muss man schon ein bisschen ins handy brüllen) und anderem mehr verbunden. wie ein ofenrohr werden wir uns hier künftig luft verschaffen. die anderen seiten (wie kochen oder balkonien) sind uns dabei auch sehr wichtig, kommen sicher nicht zu kurz.

Falterloeffelschwestermesser
wer sitzt nun auf der ausgefransten matratze und streicht sich seinen bart grau an? wer greift nun zu palette und pinsel und pflegt seine füsse? wer trägt nun seinen raben durchs haus auf der schulter und sammelt märkischen sand in allen ecken? wer schändet jetzt den sterbenden rohrstuhl, stinkt aus dem klo, isst am liebsten harte eier, hat einen chronischen kaminschnupfen, einen luftschutzkeller von früher, eine hintertreppe und viele fenster zum hof? wer riecht im treppenhaus so schön nach kohl? wer lädt uns jetzt noch ein zu traumpassagen in riesigen wänden, erklärt uns den einfall des lichts im gartengebäude parterre rechts?

peter o. chotjewitz, die gegenstände der gedankenstille,
verlag eremiten-presse
düsseldorf, 1976
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